Malinche Träumen – Name der Indianerin die einst als Übersetzerin Don Hernando de Cortés bei der Eroberung Mexikos begleitete. Die Träume dieser Frau sind die Motive, um die sich die Bildern dreht. Hier werden Mythen, Legenden uns Symbole der alte Mexikanische Kultur zusammengefasst und neu interpretiert.

„Los sueños de Malinche“  El nombre de la india quién fungió como interprete de Don Hérnan Cortés durante la conquista de México. Los sueños de esta mujer son los motivos en torno a las pinturas, aquí se resumen y reinterpretan los mitos, símbolos y leyendas de la cultura mexicana.

Der Traum des Meeres, Öl auf Leinwand 88×140 cm 1997
Der Traum der Luft, Acrylfarbe auf Leinwand, 77×115 cm 1997
Der Traum der Muschel, Ölfarbe und Collage auf Leinwand, 88×140 cm 1997
Der Traum des Mondes, Acrylfarbe auf Leinwand 77×115 cm 1997
Der Traum der sonne, Ölfarbe auf Leinwand 76×115 1997
Der Traum der Dschungel, Öl auf Leinwand 100×100 cm, 1997
Erosion, Acrylfarbe auf Papier, 70×50 cm 1997
Erosion II, Acrylfarbe auf Papier, 70×50 cm 1997
Erosion III, Acrylfarbe auf Papier, 70×50 cm 1997
Malinche und der Spiegel, Acrylfarbe auf Papier, 30×50 cm 1997
Die sonne unter einer Welle, Acrylfrabe auf Leinwand, 55×55 cm 1997
Die Träume der Malinche, Acrylfarbe auf Papier, 200×70 cm 1997
Triptychon Zwei Kontinenten, Acrylfarbe auf Leinwand 200×150 cm 1997
Der Fluss, Acrylfarbe auf Leinwand, 20×180 cm 1997

 

Eröffnung der Ausstellung von Gabriel Hermida in Berlin am 31. Mai 1997
Gabriel hat mich gebeten, die Ausstellung zu eröffnen, und ich tue dies mit großer Freude. Denn alle arbeiten, die ausgestellt sind, sind in Deutschland seit dem Jahr 1989 entstanden. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Gabriel in Mexiko gelebt. Er hatte in Puebla, Veracruz und Villahermosa Kunst, Kommunikationswissenschaften und Malerei studiert.
Man könnte nun denken, daß ein Maler aus Mexiko, immerhin der Heimat der Mauermaler, der „Muralistas“, zu spät gekommen ist, wenn 1989 kurz nach der Ankunft hier in Deutschland eine große Mauer fällt, verschwindet, zumindest aber ihre Konsistenz so verändert, daß sich schwer Farbe auftragen läßt. Ein mexikanischer Maler, dem eine solche Bildfläche vor den Augen vergeht, könnte zu spät in Europa angekommen sein.
Zu spät? – würde Hermida fragen – zu spät? – Nein. Und wörtlich: Ich bin gekommen, um das Gold der Spanier zurückzuholen. Beutekunst soll also zurückübertragen werden. Dies klingt zeitgenössisch. Der Maler darf bleiben.
Wie immer, wenn man nach Gold sucht, stößt man zuallererst auf die eigenen Adern, die sich verzweigenden, die graubärtigen. Der Verlauf der Adern von Hermida wird in diesen vier Räumen sichtbar. Die Goldmine zeigt Sprünge. Das liegt daran, daß vier Werkgruppen ausgestellt sind. Sie sind nicht immer in der Reihenfolge entstanden, in der sie präsentiert werden. Aber wenn man sich nur ein wenig zurücklehnt, rückt alles genau in die Ordnung dieser vier Räume.
1. Raum: Den ersten Teil, die Bilder aus Farbe, Holz, Sand, trockenen Blättern, gewissermaßen aus Erdreich, beherrschen indianische Themen, sagen wir bis zur Ankunft der Spanier. So die Legende des Farbenerzählers, dem die Farben wie Schaum vor den Mund stehen und der mit ihnen Schritt für Schritt die Schwarze der Nacht ersetzt. Vielleicht ein erstes Selbstbildnis.
Wie ein Keim der Verderbnis die Portraits von Cortés und Malinche, allzu dicht nebeneinander. Cortés der Eroberer ist von hinten dargestellt. Er hat eben in Mexiko bei Gesicht. Dafür tritt er fast priesterlich, ja in Mönchskleidung auf und ist gar nicht soldatisch, eher, lachhaft dargestellt. Malinche, seine indianische, seine vielsprachige Gelebte, die mit jeder Übersetzung und vermeintlichen Hilfe die Indianer mehr verrät, trägt, die Farben der vier Elemente im Gesicht. Nach dem Verrat werden ihr Gesicht wie auch die Elemente verändert sein.
2. Raum: Für Octavio Paz ist die Identität Mexikos unauslöschlich durch die Vermischung von Europäischem und Indianischem, durch das Mestizentum geprägt. Er sagt: „Die Gesichte des Mexikaners ist die eines Menschen, der nach seiner Herkunft, seinem Ursprung sucht.“
Gabriel Hermida geht im zweiten Raum ausschließlich der tragischen Rolle Malinches nach. Nur von ihr leitet er sich auch ab. Der Raum enthält auf dem ersten Blick herkömmlich gemalte Portraits von Indios. auffällig ist ihre Haltung. Alle sind in die Enge getrieben, wie von Autoscheinwerfern an einer Grenze aufgespürt oder mit Taschenlampen gestellt und geblendet. Alles ist Mißtrauen, alles ist Abwehr. Man kann nur hoffen, daß in diesen Bildern nicht zweites Selbstportrait, diesmal auf deutschem Boden, entstanden sind.
Ein versöhnlicher Blick enthält der Traum, der Frida Kahlo, Tina Modotti und Malinche surreal in einer einzigen Landschaft vereinigt zeigt.
3. Raum: Der dritte Raum gestallt den Blick in die Sonne. Es sind Bilder einer strahlenden Katharsis, einer Erlösung von der Vergangenheit. Auf den Versteinerung, auf den Strukturen im Japan-Papier liegt der Untergrund für eine neue Schrift, eine neue Geschichte.
4. Raum: Die „Zwei Kontinenten“ nach der Überblendung kehrt alle Farbe an ihren angestammten Platz zurück. Und die beide Kontinente ähneln sich plötzlich wie Brüder. Derselbe Wellenschlag. dieselbe Vegetation, dieselben Papageienfedern. Danke eines Künstlers mit Name Gabriel Hermida.
Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der genaueren Begegnung mit den Bildern.
Dr. Celia Isabel Gaissert